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Beat Ritschard

Datum: 23.03.2010

Am Montag, 22. März 2010 durfte Christian Elliscasis, Präsident des GC BC, knapp 30 Mitglieder im Restaurant Bramen in Kloten begrüssen. Herr Beat Ritschard als Referent und Vertreter von „Pro Sportstadt Zürich“ informierte die Anwesenden über ein gemeinsames Engagement der drei grössten Sport-Profivereine beim Kampf gegen die Gewalt in und ausserhalb der Sportstätten.

Beat Ritschard wird vor allem mit dem Tennis-Sport in Verbindung gebracht: Er wirkte als Direktor des Zurich Open (früheres Damen-Tennisturnier) von 1993 bis 2008, bevor er nun im Vorfeld des gerade zu Ende gegangenen BNP Paribas Zurich Open (Herren-Master-Tennisturnier) erneut einige Aufgaben wahrgenommen hatte. Abseits der sportlichen bzw. Sport-Marketing-technischen Aufgaben ist Ritschard auch im OK des Zurich Police Music Festival vom September dieses Jahres tätig, weiter wurde Herr Ritschard kürzlich zum Geschäftsführer der Standortförderung Zimmerberg-Sihltal gewählt.

Im Zusammenhang mit Aenderungen des Polizeigesetzes per 1. Januar 2010 haben sich die ZSC Lions, der FCZ und die Grasshoppers unter der Führung von Pro Sportstadt Zürich zusammen getan, um einerseits gemeinsam mit ähnlichen Projekten gegen die Gewalt im Sport vorzugehen, andererseits aber auch für eine gemeinsame Stimme in den Medien aufzutreten. Es wurde festgestellt, dass die Wahrnehmung der Bevölkerungüber die Gewalt im Sport nur vage und sehr allgemein ist. In den Medien wird vornehmlich über Einzelfälle berichtet, die bereits vorhandene tagtägliche Arbeit der Vereine ist jedoch kaum ein Thema. Durch das revidierte Polizeigesetz hat die Stadtpolizei die Möglichkeit, den Vereinen pro Jahr/Saison zwischen Fr. 0,5 Mio. bis zu Fr. 1,0 Mio. weiter zu verrechnen. PS: Der Stundenansatz für einen Polizisten der Stapo beträgt Fr. 106.85 zuzüglich MWSt.! Die Schwierigkeit des gemeinsamen Handelns besteht im Wesentlichen darin, dass jeder Verein viele eigene Begehrlichkeiten und Prioritäten aufweist. Eines der ersten positiven Ergebnisse bildet beispielsweise die gemeinsame, weitgehend identische Ausbildung des Stadionpersonals, ob für den Letzigrund oder für das Hallenstadion.

Der Ruf nach raschem Eingreifen der Polizei und ebenso raschem Anklageverfahren ist in der Bevölkerung recht gross, die Stadt St. Gallen (jedoch mit einem etwas anderen Polizeigesetz) macht dies hier eindrücklich vor. Stadionverbote werden von den drei Zürcher Profi-Clubs nun doch konsequenter ausgesprochen. Zwischen einer nachweislichen Tat und dem Durchsetzen des Stadionverbotes vergehen jedoch zwischen sechs und acht Wochen; bis dahin ist die Saison bereits wieder vorbei! Es gibt knapp 130 mögliche Massnahmen im Zusammenhang mit Gewalt im Sport, eine davon wäre beispielsweise, dass nur noch alkoholfreies Bier im und um ein Stadion ausgeschenkt wird. In früheren Jahren, während der GC-Champions-League-Zeit, wurde dies im Hardturm bereits probiert. Einige dieser Massnahmen wären auch für Zürich und die Schweiz machbar, andere wieder nicht.

Die drei Profi-Sportvereine versuchen, die sechs wichtigen Gruppen Polizei, Clubs, Justiz, Stadionbetreiber, Fans und Verbände zu einer starken Kette zu verschweissen. Erste Ansätze könnten vielleicht schon auf die neue Saison 2010/2011 zum Tragen kommen.

Die vielen Fragen im Nachgang zu den Ausführungen von Herrn Ritschard zeigten auf, dass hier ein explosives, sehr aktuelles Thema angegangen wurde und weiterhin wird. Beat Ritschard und seiner Crew wünschen wir bei dieser Arbeit viel Glück und Erfolg und die notwendige Geduld!

 
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