Die 30 Teilnehmer des BC-Anlasses vom 17. Mai 2010 durften einen wahrlich einmaligen Abend erleben, so quasi „Fredy Bickel unplugged“! In den Räumen des Hotel Mövenpick in Regensdorf wurden wie immer feine Köstlichkeiten aus der internationalen Küche serviert. Unser Mitglied und Geschäftsführer des Mövenpick Regensdorf, Norbert Fontana, offerierte den Apéro, herzlichen Dank hierfür. Nachdem BC-Präsident Christian Elliscasis den Referenten Fredy Bickel kurz vorstellte (KV-Lehre, Journalist und Moderator bei Radio Sunshine) und auch erfahren hatte, dass Bickel ein kulinarischer Geniesser sein musste (öfters im Löwen in Uitikon-Waldegg anzutreffen, Teilnahme beim Blick-eBalance-Programm), übernahm der FCZ-Sportchef das Zepter. Bickel erzählte aus seiner Jugend, von seinen Hardturmbesuchen mit seinem Götti, und seinem Traum, einmal beruflich etwas mit Fussball zu tun zu haben. Sportlich reichte es nicht ganz, obwohl Bickel in der damaligen NLB einige Zeit beim SC Zug engagiert war, aber 1992 ergab sich durch seine Nähe zum Grasshopper Club eine einmalige Gelegenheit, Pressechef zu werden. Damaliger Sportchef war Erich Vogel, von ihm hatte der zweifache Familienvater (zwei Töchter) viel lernen können. Ueber den Sportchef kam dann die Tätigkeit im GC als technischer Koordinator und dann die Assistenz von Erich Vogel. In dieser Zeit bis 1999 erspielte sich GC dreimal den Meister-, einmal den Cupsieg und einmal die Teilnahme an der UEFA-Champions-League. Dem Kontakt zur UEFA verdankt Fredy Bickel auch das Amt eines UEFA-Delegierten. 1999 folgte der Wechsel zu den Berner Young Boys. Und von dieser Zeit erzählte Bickel Geschichten, die wirklich einmalig sind und sicherlich nicht immer für die Oeffentlichkeit bestimmt waren. Die damaligen Machtverhältnisse bei YB waren etwas verworren, vor allem Zürcher waren die Inhaber der YB-Aktien. Am Ende dieser Zeit erlebte Fredy Bickel auch Schattenseiten, als er von der neuen Führung der ungetreuen Geschäftsführung und für weitere Straftaten angezeigt worden war. Er konnte diese Vorwürfe jeweils widerlegen, zur Anklage kam es in keinem dieser Fälle. Jedoch war der Ruf von Bickel angekratzt, kein anderer Profi-Fussball-Verein wollte ihn anstellen. Bei GC war 2003 wieder einmal von einem Neubeginn die Rede, und eigentlich wäre Fredy Bickel als Sportchef vorgesehen gewesen. Aber wie meistens kommt es anders, und so fand sich Bickel auf einen Anruf von FCZ-Präsident Sven Hotz hin ganz kurze Zeit später in dessen Büro wieder. Bickel wurde als Sportchef angestellt, Favre als Trainer. Und eine erfolgreiche Zeit begann mit drei Meistertiteln, einem Cupsieg und im Herbst 2009 mit der erstmaligen Teilnahme des FCZ an der Champions-League. Nun sind die Zeiten jedoch wieder sehr viel härter geworden, der FCZ wurde im Frühjahr 2010 sportlich stark zurückgebunden, GC ist wieder die Nummer 1 in Zürich!
Wer den FCZ-Sportchef im Mövenpick Regensdorf persönlich erleben durfte (ja, durfte), dem präsentierte sich eine sehr ehrliche, offene, direkte und auch emotionale Person. Der Traum vom Fussballbusiness wurde Fredy Bickel erfüllt, er erzählt von vielen Begebenheiten und Kontakten, die er so sehr geniesst und nicht missen möchte. Er erwähnt aber auch, dass das Privatleben darunter gelitten hat und seine beiden Töchter sehr viel mehr mit der Mutter denn mit dem Vater aufgewachsen seien. Eine Scheidung war ebenfalls die Folge dieses Fussballengagements. Bickel passt vielleicht nicht immer in das uns bekannte Clichée eines Sportchefs, wie uns dieses vorwiegend aus der Bundesliga übermittelt wird. Aber Fredy Bickel ist eine ehrliche Haut, und Bickel ist bei uns stets herzlich willkommen!“